Die Tiefen der Zeit- Die Stille von Saturn und Neptun
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Wir stehen an einer Schwelle, du hast bestimmt schon davon gehört. Am 20. Februar 2026 treffen sich zwei Giganten am Himmel: Saturn, der Hüter der Zeit und Neptun, der Herr der Träume.
Sie tun dies nicht irgendwo, sondern auf 0° Widder, dem allerersten Grad des Tierkreises. Dem kosmischen Nullpunkt, an dem Ende (Neptun) und Anfang (Widder) ineinander fließen.
Das letzte Mal, als sich Saturn und Neptun um 0°01' Widder so nahe kamen, schreiben wir Anfang 4361 vor Christus. Also vor rund 6387 Jahren. Dies war die Zeit der beginnenden Kupfersteinzeit. Saturn und Neptun standen dort zwar circa an der gleichen Stelle, der Rest des Himmels war aber ein völlig anderer. Wollten wir ein exaktes Abbild des gesamten Horoskopes am Himmel suchen, müssten wir Jahrmillionen zurückblicken und die Wahrscheinlichkeit ein identisches zu finden, wäre gleich Null.
Kurz gesagt: Jeder Moment ist eine Premiere, aber dieser ein historischer Neuanfang.
Der Türsteher an der Schwelle
Die Energie des Neuen will eine Richtung und eine Struktur (Saturn) bekommen. Doch jeder echte Beginn verlangt, dass wir Altes loslassen.
Saturn ist hier nicht nur der Hüter der Zeit. Er symbolisiert auch einen kosmischen Türsteher, der uns streng daran erinnert: Wir können nicht weitergehen, wenn wir immer wieder in den alten, unschönen Geschichten wühlen, die von anderen geschrieben wurden. Sie sind vorbei. Und genau das spüren wir seit geraumer Zeit im Kollektiv.
Vielleicht fühlst du dich in den letzten Tagen seltsam "gedämpft". Als läge Watte um deinen Kopf. In meiner Kartenlegung für diese Zeitqualität zeigte sich als Grundstimmung die Karte "Taubheit".

Lass dich davon nicht ängstigen. Diese "Taubheit" (sofern medizinisch nichts zu finden ist) dient als Schutzmechanismus der Seele. Wenn der Lärm des Wandels zu laut wird, schalten einige unserer Körper auf Pause, um zu verarbeiten und neu zu sortieren. Das ist okay. Es ist wie die Stille vor einem neuen Atemzug.
Vom erwachsenen Kind zur eigenen Würde
Saturn fragt uns jetzt unmissverständlich: "Was trägst du, das gar nicht dir gehört?"
Viele von uns mussten zu früh erwachsen werden. Wir haben gelernt: "Nur wenn ich leiste, bin ich wertvoll." Wir haben Lasten unserer Eltern, Ahnen und Institutionen getragen... aus einer tiefen unbewussten Treue heraus. Weil man das eben so macht. Weil wir das schon immer so gemacht haben.
"Vater, ich ehre dich. Ich bin gut, auch ohne große Abschlüsse und Titel."

Die Kraft der Melancholie
Wenn die alten Strukturen im Nebel verschwimmen, entsteht oft "Melancholie". Wir trauern um das, was geht, auch wenn es uns belastet hat. Aber in dieser Tiefe liegt eine enorme Kraft. Traurigkeit kann fruchtbarer Boden sein. Was will durch diese Stimmung in dir und durch dich geboren werden?

Deine Insel im Ozean
Das Ziel dieser tiefgründigen Konjunktion auf 0° zeigt sich vielleicht für dich in der Karte "Die Insel". Mitten im uferlosen Wasser der Gefühle brauchen wir festen Boden. Es geht nicht darum, die ganze Welt zu retten. Es geht um Abgrenzung. Ein eigenes kleines Stück fruchtbares Land zu finden und es zu kultivieren. Auf 0° Widder geht es um das reine "Ich bin". Ein Ich, dem wir aus uns selbst heraus eine Richtung geben, ohne uns zu verstecken oder klein zu halten.
In der Stille deiner eigenen Mitte, beginnt deine neue Zeit.

Die Karte "Schuld" erinnert uns daran: Die eigenen Werte nicht zu ignorieren und das Verantwortung auch bedeutet, jegliche fremde Rucksäcke zurückzugeben. Mit Würde und Respekt.

Ein Wort zum Abschluss
Vielleicht ist dies der tiefere Sinn dieser Konstellation, für die es eigentlich keine Worte gibt. Saturn und Neptun tanzen miteinander. Sie lehren uns, dass wir fest stehen können, auch wenn alles fließt. Und das wir die Worte unserer Väter ehren können, ohne sie ewig tragen zu müssen.
Es gibt kaum Sätze, die dieses Gefühl der Ewigkeit und Verbundenheit schöner beschreiben als die Schlussworte aus dem Film "Aus der Mitte entspringt ein Fluss".
"Am Ende fließen alle Dinge ineinander und aus der Mitte entspringt ein Fluss. Der Fluss wurde bei der großen Überschwemmung der Welt begraben und fließt aus dem Keller der Zeit über Steine. Auf einigen der Steine befinden sich zeitlose Regentropfen, unter den Steinen sind die Wörter. Doch einige Worte wird man nie verstehen. Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen."
YouTube Video: Aus der Mitte entspringt ein Fluss (Ende)
Bis bald, Christin